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Dieses Thema hat 17 Antworten
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Sarah
Portalmanagement
Beiträge: 1.013


BeitragNr:1923
18.03.2009 00:40
Die achtziger und neunziger Jahre
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Die achtziger und neunziger Jahre


Seit Mitte der achtziger Jahre nahm das Interesse an traditionell geprägtem (im Gegensatz zu Pop-orientiertem) Jazz wieder zu. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Wiederbelebung des Jazz hat der Trompeter Wynton Marsalis geleistet, der auch als Interpret klassischer Musik auftritt.

Anfang der achtziger Jahre formierte sich eine Stilrichtung, deren uneinheitliche Benennung ihre Vielgestaltigkeit widerspiegelt: Free Funk, No Wave oder Punk Jazz waren die eher unbeholfenen Etiketten, mit denen versucht wurde, diese Musik zu charakterisieren. Sie verband eine Melodik, die oft dem elektrisch gespielten Rhythm & Blues nahe stand, mit der intensiven Rhythmik des Free Jazz. Die wichtigsten Vertreter waren der Elektrogitarrist James „Blood" Ulmer, der Schlagzeuger Ronald Shannon Jackson und der Bassist Jamaladeen Tacuma. Auch der Saxophonist und Trompeter Ornette Coleman, einer der Väter des Free Jazz, wirkte hier wieder mit einer neuen Kompositonsweise mit, die er Harmolodic Jazz nannte. Eine dem Free Funk ähnliche, benachbarte Stilrichtung spielte traditionelle Stücke des Jazz mit den Mitteln eines modifizierten Free Jazz. Die maßgeblichen Musiker waren hier die Saxophonisten Archie Shepp, Arthur Blythe und David Murray sowie die Musiker des Art Ensemble of Chicago.

Anfang der neunziger Jahre lassen so gut wie keine Stilrichtungen mehr ausmachen. Stattdessen werden neue Tendenzen im Jazz von einzelnen Persönlichkeiten wie dem Saxophonisten John Zorn geprägt. Eine junge Avantgarde in New York fand bei aller Verschiedenheit in einem Club, der ihnen Auftrittsmöglichkeiten bot, ihr gemeinsames Markenzeichen: in der Knitting Factory, die sich in einer ehemaligen Strickfabrik eingerichtet hatte.



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Sarah
Portalmanagement
Beiträge: 1.013


BeitragNr:1924
18.03.2009 00:42
Der Jazz außerhalb der USA
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Der Jazz außerhalb der USA


Vor dem 2. Weltkrieg unternahmen Jazzbands erste Tourneen nach Europa und begeisterten das Publikum. Auch die ersten Schallplatten fanden hier schon zahlreiche Hörer. Diese Entwicklung wurde durch den Krieg abrupt und vollständig unterbrochen. Erst nach dem 2. Weltkrieg verbreitete sich der Jazz sehr schnell auch in den europäischen Ländern. Dazu trugen zwei Umstände bei: Die USA waren als Gewinner des Weltkrieges in Europa und Asien präsent. Und durch die Entwicklung des Radios und der Schallplatte zu Massenmedien war diese Musik nicht mehr nur in den Jazzclubs amerikanischer Großstädte zu hören.

Die ersten und lange Zeit auch einzigen europäischen Musiker, die nicht nur regionale Bedeutung besaßen, sondern mit einem eigenen Stil einen ersten Rang im Jazz einnahmen, waren in den dreißiger bis frühen fünfziger Jahren der französische, von Sinti abstammende Gitarrist Django Reinhardt und der französische Geiger Stephane Grappelli. Reinhardt brachte in den Jazz erstmals eine fremde Musikkultur ein: Die Tradition des vitalen und virtuosen Gitarrenspiels der Sinti und Roma verschmolz er mit dem Swing des Jazz und der Eleganz der französischen Musik. Diese Musik war im Jazz einzigartig.

Die Länder, in denen der Jazz nach dem 2. Weltkrieg Fuß fasste, waren in erster Linie Frankreich, England, Deutschland beiderseits der innerdeutschen Grenze, Polen, die Tschechoslowakei, die Sowjetunion, Italien, die Niederlande, Dänemark, Schweden und Japan. In anderen Ländern blieben die Ansätze und die Musiker vereinzelt, während sich in jenen Ländern rasch eigenständige Jazz-Szenen mit der notwendigen Infrastruktur wie Clubs, Plattenfirmen und vor allem einem sachverständigen Publikum ausbildeten.

In Deutschland war der Jazz schon in der Weimarer Republik auf ein lebhaftes Interesse gestoßen. Der Nationalsozialismus verdrängte diese Musik in den Untergrund. Der Jazz musste während der nächsten Jahrzehnte die Erfahrung machen, dass er in Diktaturen jeder Richtung – ob Faschismus, Stalinismus oder Militärdiktaturen – regelmäßig verfemt wurde. Die persönliche Freiheit war für alle Stilrichtungen des Jazz konstitutiv und machte ihn totalitärem Denken verdächtig. Jazzmusik war daher auch eine geeignete Möglichkeit, eine oppositionelle Haltung zu demonstrieren – zumindest dort, wo es nicht, wie unter dem Faschismus, lebensgefährlich war. In den kommunistischen Regimen war die Bedingung dafür seit der „Tauwetter"-Periode der fünfziger Jahre gegeben. Ein Jahrzehnt später sollte sich der avantgardistische Jazz in Amerika und Europa auf andere Weise mit einer politischen Oppositionsbewegung verbinden.

Die Annäherung europäischer und japanischer Musiker an den Jazz gelang zunächst durch mehr oder weniger gelungene Imitation. Diese Annäherung wurde in Westeuropa durch die wirtschaftliche Krise des Jazz in den USA begünstigt. Fehlende Auftrittsmöglichkeiten und Plattenverträge brachten viele Musiker dazu, ihr Land zu verlassen. In Westeuropa fanden sie aufgrund des schnell zunehmenden Publikumsinteresses vergleichsweise gute Bedingungen (die aber viele dennoch nicht vor materieller Armut bewahrte). Zu diesen Americans in Europe oder Expatriates gehörten z. B. Oscar Pettiford, Kenny Clarke, Sydney Bechet (der vor allem in Frankreich sehr populär wurde), Ben Webster, Dexter Gordon und Bud Powell. Insgesamt ließen sich etwa 40 amerikanische Musiker – darunter die besten – in Europa nieder, vor allem in Paris und Kopenhagen.

In den sechziger Jahren gelang einer neuen Generation von europäischen Musikern der Sprung von der Imitation des amerikanischen Jazz zu einem „emanzipierten", eigenständigen europäischen Jazz. Ähnliches geschah in Japan und in Südafrika. Dies spielte sich vor dem Hintergrund des amerikanischen Free Jazz ab, dessen Radikalität die europäischen Musiker noch übertrafen. Zu dieser neuen europäisch-internationalen Free-Jazz-Szene gehörten Peter Brötzmann, Peter Kowald, Alexander von Schlippenbach, Sven-Åke Johannsson, Evan Parker, Manfred Schoof, Gunter Hampel, Joachim Kühn, Fred van Hove, Albert Mangelsdorff, Han Benning, Willem Breuker, Wolfgang Dauner, Misha Mengelberg, Daniel Humair und viele andere, auch japanische Musiker wie der Trompeter Terumasa Hino. In der DDR vertraten diese Richtung, unter völlig anderen gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen, u. a. Günter Sommer, Ulrich Gumpert und Ernst-Ludwig Petrowsky.

Diese europäisch geprägte Spielart des Free Jazz entstand in einem kulturellen Zusammenhang mit der Jugendrevolte von „68" (siehe Studentenbewegung) und teilte deren Engagement, Leidenschaft, Intensität, Radikalität, Aggressivität und Nervosität. Während der amerikanische Free Jazz selbst in seinen freiesten Momenten doch immer an gewisse traditionelle Muster – Swing, Blues, „sprechender" Gesang – zumindest in Persiflage, äußerster Reduktion oder gar Negation gebunden blieb, fehlten dem europäischen Pendant diese Wurzeln, und er gelangte zu einer für den Jazz einmaligen Freiheit des Ausdrucks. Dadurch wurde auch erstmals eine gleichberechtigte Zusammenarbeit mit der avantgardistischen „E-Musik" möglich. Krzysztof Penderecki komponierte beispielsweise die Actions for Free Jazz Orchestra und leitete die Aufführung 1971 in Donaueschingen, Maurizio Kagel trat 1980 bei den Berliner Jazztagen auf.



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Sarah
Portalmanagement
Beiträge: 1.013


BeitragNr:1925
18.03.2009 00:47
Jazz ist ...
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Jazz ist ...


„Jazz ist nicht, was Du machst, sondern wie Du es tust.“ (Fats Waller)

„Jazz ist schwarze Musik“ (Archie Shepp)

„Jazz ist ein Wort des weißen Mannes“ (Miles Davis)

„Jazz ist nicht besonders afrikanisch. Rabbis in der Synagoge und Zigeuner klingen mehr nach Jazz als irgendetwas in Afrika“ (Lennie Tristano)

„Jazz ist, warum dieses Jahrhundert anders klingt als andere“ (Dizzy Gillespie)

„Jazz ist der Klang des Universums“ (Sun Ra)

„Jazz ist Freiheit“ (Archie Shepp)

„Jazz ist die Freiheit viele Formen zu haben“ (Duke Ellington)

„Jazz ist wahrscheinlich die einzige heute existierende Kunstform, in der die Freiheit des Individuums ohne den Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls gibt“ (Dave Brubeck)

„Jazz ist Dein Tod und mein Tod“ (Charles Mingus)



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